Walbeck     

5 Flechtingen

Flechtingen

 

 

Von Walbeck übeDas Wasserschlossr Behnsdorf führt unser Ausflug nach Flechtingen. Im Luftkurort FlechtingenBlick auf die Insel im Schloss-See erwartet uns ein an einem See gelegenes Wasserschloss mit einem sehenswerten Park.

 

Die ehemalige Wasserburg wurde 1307 als Wehrburg mit Bergfried, Schild- und Wehrmauern von den Brüdern Heinrich und Alverich von Schenck erbaut.

 

Zu erreichen war sie nur über eine Zugbrücke. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde sie zu einem Schloss umgebaut und verblieb bis zum Ende des 2.Weltkrieges (1945) im Besitz der Familie von Schenck.

 

Die Vorburg wEingang zum Burggeländeurde weitgehend erhalten. Der dreieckige Burghof umfasst nur 80 qm und ist durch einen Gang vom Vorburghof zu erreichen. Der Bergfried hat eine Höhe von 34 Meter und sein Grundriss ist nicht quadratisch.

 

Zwischen 1860 und 1897 wurde der Zinnenkranz wieder herWappen von Elisabeth von Treskowgestellt und zugleich der Schlosspark mit einem Damm, der Schloss und Park verbindet, angelegt. Und über dem Tor am Ende dieses so genannten Ziegendammes entdecken wir das herrliche Wappen mit der gekrönten Ente. Herrschten hier vielleicht gar nicht die Schencks? War es vielleicht Entenhausen? Leider nein, denn es ist das Wappen von Elisabeth von Tresckow, der Ehefrau Eduard von Schencks, die gemeinsam den Umbau bewerkstelligten. Aber warum die Ente? Bisher konnten wir es noch nicht in Erfahrung bringen.

 

Z.Zt. (Stand 2003) wird das Schloss zu einem Hotel umgebaut und ist daher leider nicht zu betreten.

 

Ein wahrer Höhepunkt ist der Rundgang um den See. Mal erscheint uns das Schloss als wahrhafte Trutzburg, mal märchenhaft romantisch. Und das vielleicht zu einer Zeit, in der Tausende von Krokussen den Park verschönen.

 

Die ehemalige PastoratskircheNur wenige Schritte sind es vom Haupteingang der Burg zu der evangelischen Kirche. Sie wurde 1727 in der heutigen Form errichtet. Doch viele Teile sind älter. Das Wappenfries an der Patronatsempore und der Taufstein tragen die Jahreszahl 1592. Auch die von Mose getragene Kanzel stammt aus dieser Zeit.

Von Anbeginn wurde die Kirche den damaligen Besitzern des Schlosses, der Familie von Schenck, als Pastoratskirche zugesprochen. Die Schencks waren für den Unterhalt der Kirche und die Anstellung des Pastors zuständig. Und sie hatten das Recht, die Kirche als Erbbegräbnis der Familie zu nutzen. Darum befinden sich heute noch unter dem Turm und dem Altar zwei Grüfte und im Kirchenraum etliche Grabsteine und Epitaphe(1). Das Alabasterepitaph(2) hinter dem Altar ist Werner von Schenck  (1560 bis 1597) und seinen beiden Frauen Margarete von Bartensleben und Sabine von Bredow gewidmet. 

 

Was uns noTetzelkasten in der ehemaligen Pastoratskirche von Flechtingench auffällt, ist ein Geldkasten des Dominikanermönches  Tetzel von 1517. Barward von Schenck soll im Walbecker Forst nach vorher für eine Sünde erkauften Ablass Tetzel überfallen und ihm das Geld geraubt haben. Und dieses verwendete er für den Bau der Kirche. Mehr über Tetzel erfahren Sie unter Tour 1, Punkt 10.

 

Der die Kirche umgebende Friedhof wurde 1830 stillgelegt. Einige alte Grabsteine dienen heute als Pflasterung des Weges zur Kirchentür und Steintritt vor dem Turmeingang.

 

Und zum Abschluss noch etwas ganz Ungeheuerliches: Vor gar nicht allzu langer Zeit war das über dem Erdboden befindliche schmale Fenster des Turms noch frei zugänglich. Grund genug für einen „Bengel“, als Mutprobe dort einzusteigen. Der Beweis dafür, die Gruft der Schencks betreten zu haben, war ein Totenschädel, den er mit ans Tageslicht brachte. Im Dorf herrschte helle Aufregung. Das Fenster wurde umgehend vergittert.

 

(1) Epitaph

Gedenktafel mit Inschrift für einen Verstorbenen an einer Kirchenwand od. an einem Pfeiler.

(2) Alabaster

Marmorähnliche, feinkörnige, reinweiße, durchscheinende Art des Gipses.

 

                                                               

  

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